Als „Doppelrohrblattinstrumente“ werden jene bezeichnet, deren Ton dadurch erzeugt wird, dass zwei dünne Holzrohrlamellen gegeneinander schwingen: Musette, Oboe, Oboe d’amore, Englisch- Horn, Heckelphon, Fagott, Sarrusuphon, Kontrafagott. Die Oboe, deren Vorgänger ursprünglich über Vorderasien nach Grichenland (Aulos) und Rom (Tibia) kamen, wurde aus dem Diskantbomhard (auch Schalmey genannt) 1654 in Paris entwickelt. Zur Zeit J. S. Bachs entstand als Mezzosopraninstrument die Oboe d’amore, die durch ihr birnenförmiges Schallstück (Liebesfuß) einen weicheren, lieblichen Klang erzeugt. Das Englisch-Horn als Alt-Instrument der Oboenfamilie ging 1730-40 aus der Oboe da caccia hervor. Das ebenfalls mit Liebesfuß versehene Bariton-Instrument, Heckelphon genannt, hat eine Geschichte, die auch seine Namensgebung erklärt: 1831 gründete der deutsche Instrumentenbauer Johann Adam Heckel zusammen mit dem Fagottisten Karl Almenräder eine Fabrik für Holzblasinstrumente. Sie ließ sich von Richard Wagner anregen, eine Bariton-Oboe zu konstruieren, die den mächtigen Ton des Alphornes mit dem melancholischen des Englisch Horns vereinigen sollte. Richard Strauss war ebenfalls stark an der Entwicklung eines solchen Instrumentes interessiert und verwendete dieses dann – seit derKonstruktion 1904 nach dem Hersteller Heckelphon benannt – in den Opern Salome und Elektra. Das Bass-Instrument der Oboenfamilie, der Fagott, taucht im 16. Jahrhundert auf, der jedoch erst durch Karl Almenräder 1835 die weiter maßgebende Gestalt erhielt. 1620 kam der Kontrafagott hinzu. Unter Mitarbeit von Wilhelm Heckel, dem Sohn des Gründers, wurde das Urmodell des heutigen Kontrafagotts geschaffen, 1877 patentiert und von Richard Wagner in seine Oper Parsifal eingeführt – infolgedem verdrängte es alle vorangegangenen Konstruktionen damals bekannter Instrumentenbauer. Stellte die Firma Heckel, der 1910 das Prädikat Königlich Preußische Hofinstrumentenfabrikanten verliehen wurde, bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts Holzblasinstrumente in ihrer gesamten Palette mit Schwerpunkt „Doppelrohr“ her, so hat sie sich seitdem auf die tiefen Doppelrohrblattinstrumente Fagott, Kontrafagott und Heckelphon sowie auf S-Bögen spezialisiert. Das Traditionsunternehmen HECKEL wird seit 1995 von den Urenkeln des einstigen Gründers, Angelika Lucchetta und Ralf Reiter, in der Familientradition weitergeführt und verbindet heute die Erfahrungen der letzten 177 Jahre mit den neuesten akustischen und technischen Erkenntnissen als Grundlage seiner Produktion.