
Das German Double Reed Ensemble wurde als solches wurde vor über zwanzig Jahren von dem Oboisten, Englisch-Hornisten und Heckelphonisten Wolfgang Schottstädt ins Leben gerufen mit dem Ziel, ausschließlich Werke für Doppelrohrblattinstrumente zu erarbeiten und diese einer breiten, musikinteressierten Öffentlichkeit nahe zu bringen. Insbesondere sollte das Heckelphon miteinbezogen werden, das als Tenor- bzw. Bariton-Instrument die Bildung eines Double Reed Quartetts - mit ergänzendem Sopran-, Alt- und Bass-Instrument – überhaupt erst ermöglicht. Zudem gibt es nur wenig originale kammermusikalische Werke für Heckelphon, und daher wählte er damals zum Einstieg die Bearbeitung des ursprünglichen Klavierzyklusses Bilder einer Ausstellung von Modest Mussorgsky für Doppelrohrblattquintett. Abgesehen von barocken Trios, u.a. von Bach, Händel, Fasch und Heinichen (zwei Oboen und Fagott) ist kammermusikalische Literatur für Oboen vornehmlich in der Klassik zu finden - so sind beispielsweise die Oboentrios (zwei Oboen und Englisch- Horn) von Beethoven, Wranitzky, Triebensee und Wendt zu nennen. In der Romantik ist kammermusikalische Oboenliteratur nur spärlich vertreten. Komponisten des 20. Jahrhunderts schenkten den Doppelrohrblattinstrumenten in ausschließlicher Konstellation zwar ein wenig mehr Beachtung, wie u.a. die Kompositionen von Moulaert, Maderna, Dubois, Bozza, und belegen, ebenso die von Badings und Kolbinger, die im Rahmen dieser Produktion zu hören sind. Umfangreichere und durchgängig repräsentative Literatur ist jedoch nicht zu verzeichnen. So hat sich Wolfgang Schottstädt vor allem auf die instrumententypische Bearbeitungen bekannter Werke der Musikliteratur spezialisiert, die sich mit seinem Ensemble klangvoll realisieren lassen. Er wählt dabei Stücke aus, die – in ihrer Umsetzung für Doppelrohrblattinstrumente – vor allem Spielfreude bei den Bläsern entfachen. Seiner Vorliebe für den Jazz ist es außerdem zu verdanken, dass er u.a. auch George Gershwins Rhapsody in Blue in das Programm aufnahm, um mit den eigentlich jazz-untypischen Doppelrohrblattinstrumenten ein „Jazzfeeling“ zu vermitteln – ein vermeintlicher Gegensatz, der ihn zu dieser Idee inspirierte.